Ein poetischer Clown und wunderbarer Mensch ist nicht mehr.

Nach einem kurzen Unwohlsein verstarb Dienstagabend einer der letzten grossen Clowns unserer Zeit – Dimitri. Er wurde, für alle völlig unerwartet mitten aus seinem vielseitigen Schaffen gerissen. Am Sonntag stand er noch als Karl Vester im Stück „Sogni di un’altra vita – Träume eines anderen Lebens“ auf der Naturbühne des teatromonteverita in Ascona. Am Montag stand er eben noch mit seiner Familie in dimiTRIgenerations auf der Bühne seines Theaters in Verscio, mit einem dankbaren und tosenden Applaus als Abschluss. Wir alle verlieren ein grosses Vorbild, einen unermüdlichen Schaffer einen wahren Freund!

Dimitri als Vester in „Sogni di un’altra vita“ Die Aufnahme enstand am Donnerstag, 14. Juli 2016.

Dimitri wurde 1935 in Ascona als Sohn eines Bildhauers und Malers und einer Stoffplastikerin geboren. Als Siebenjähriger fasste er den Entschluss, Clown zu werden. In Bern machte er eine Töpferlehre. Während dieser Zeit nahm er Schauspiel-, Musik-, Ballett- und Akrobatikunterricht. Danach absolvierte er eine pantomimische Ausbildung bei Etienne Decroux und wurde Mitglied der Truppe von Marcel Marceau in Paris. Erste Berufserfahrungen als August mit dem Weissclown Maïss im Cirque Medrano, Paris. Seit 1959 Soloauftritte, erst in Ascona, dann auf Tourneen durch die ganze Welt und dreimal auf Tournee mit dem Circus Knie. 1971 gründete Dimitri mit seiner Frau Gunda in Verscio das Teatro Dimitri. 1975 folgte die Gründung der Theaterschule und 1978 diejenige der Compagnia Teatro Dimitri. Für die hauseigene Truppe kreierte und inszenierte er regelmässig neue Stücke. Im Jahr 2000 wurde dem Kulturzentrum in Verscio das von Harald Szeemann eingerichtete Museo Comico angegliedert.

Neben unzähligen andern Preisen und Auszeichnungen wurden Dimitri 2009 der Swiss Award für Kultur und 2013 der Swiss Award für sein Lebenswerk verliehen. Dimitri gilt nach wie vor als einer der grössten Clowns, der das Publikum mit seiner Poesie und seinem grossen Herzen nicht nur zum Lachen bringt, sondern auch tief bewegt und berührt. Aktuelle Bilder und einen Kurzfilm von Dimitri gibt es auf dem Internet unter:,
www.clowndimitri.ch, www.youtube.com, www.famigliadimitri.ch und www.teatromonteverita.ch

Famiglia Dimitri – mit DimiTRIgenerations

Vorhang auf für eine Bühnenshow voller Clownerie, Artistik, Musik und Poesie! Die Besucherinnen und Besucher erwartet mit dem neuen Programm der bekannten Tessiner Artistenfamilie ein kunterbunter Mix aus Komik, Artistik, Poesie, Tanz und Musik. In immer neuen Kombinationen sorgen die Künstler für Überraschung, Staunen und Begeisterung. Sogar eine Hip-Hop-Einlage darf nicht fehlen.

Wer das erste Famiglia-Programm vor einigen Jahren gesehen hat, erkennt sogleich die Titelmelodie. Die Vorstellung ist dennoch eine völlig neue Bühnenshow, bei der jeder Künstler die eigenen künstlerischen Fähigkeiten ausnützt: Masha zaubert mit verflixten Schnüren und zeigt schwierigste Kunststücke auf dem Schlappseil. Nina begeistert mit südamerikanischen Kompositionen, virtuos begleitet von Charango, Gitarre und allerlei Rhythmusinstrumenten. Nebst der eigenen Musik hat sie die musikalische Ausgestaltung für die ganze Vorstellung kreiert. Und manch einer staunt, was der Komödiant, Tänzer und Akrobat Samuel alles aus der bunten Kiste zaubert – das einzige augenfällige Requisit auf der Bühne.

Erfrischend sind die kombinierten Nummern, die sich die Künstler ausgedacht haben: In einem wilden akrobatischen Tanz streiten sich Masha und Samuel um einen Platz im Rampenlicht. Dort tanzt die rundliche Clownin Silvana grazil als sterbender Schwan, da Dimitri sie mit Pfeil und Bogen ins Herz getroffen hat. Gleichzeitig soll Silvana immer wieder zum Rechten schauen – und sie tut es auf ihre eigene gelangweilt-dezidierte Art. Ein vielbedeutender Blick von ihr genügt, und die Lacher im Publikum sind ihr gewiss.

Das Grundthema «Familie» zieht sich durch das ganze Programm. Immer wieder erscheinen alle Familienmitglieder gemeinsam auf der Bühne: Im von Nonno Dimitri dirigierten Lachkonzert etwa, in der heiteren Musiknummer für fünf Gitarren – oder in der Szene, in der Dimitri in den Spiegel schaut und sich plötzlich vervielfältigt.

Dimitri selbst bezeichnet seine Rolle im Familienstück bescheiden als «Pausenclown». Doch ist er es mit seiner Figur, die als roter Faden die einzelnen Nummern zu einem grossen Ganzen verbindet. Doch nun genug der vorausgreifenden Worte, Vorhang auf und: Lassen Sie sich verzaubern!

Wie alles begann

Eine kurze Reise zu den Anfängen und der ersten grossen Tournee der Famiglia Dimitri.

Das Projekt «Famiglia Dimitri» fand seinen Anfang im Jahr 1973, als Dimitri zusammen mit seinen Kindern im Circus Knie eine gemeinsame Clown-Nummer präsentierte. Alle vier Kinder waren dabei genau gleich geschminkt und kostümiert wie der Vater. Als «optische Panflöte» feierten sie bereits damals grosse Lacherfolge – und vielen Menschen in der Schweiz ist diese Vorführung noch bis heute in guter Erinnerung.

Clown Dimitri selbst glaubt, dass seither alle gehofft haben, irgendwann noch einmal gemeinsam auftreten zu können. Doch dazu kam es erst viele Jahre später. Nachdem drei von Dimitris Kindern ebenfalls eine Künstler- und Artistenlaufbahn eingeschlagen und eigene Projekte realisiert hatten, kreierte Dimitri im Jahr 2006 mit seinen beiden Töchtern Masha und Nina, Sohn David und Schwiegersohn Kai Leclerc die Show «La Famiglia Dimitri». Gemeinsam tourten sie durch die Schweiz, Österreich, Frankreich, Kolumbien und feierten 2009 einen Grosserfolg am Broadway in New York im New Victory Theater.

Weil in der Folgezeit Seiltänzer David mit seinem Einmannzirkus und Kai Leclerc mit seinem Upside Down-Theater rund um die Welt unterwegs waren, musste das erfolgreiche Familienprojekt zunächst zurückstehen. Im vergangenen Jahr beschlossen die übrigen Familienmitglieder, eine zweite Auflage der «Famiglia Dimitri» auf die Beine zu stellen, in der nun neben Nina und Masha erstmals mit Enkel Samuel sogar die dritte Dimitri-Generation mitwirkt. Als fünfte Künstlerin im Bunde spielt neu die Clownin Silvana Gargiulo mit. Sinngemäss tauften sie ihr Vorhaben auf den Namen «DimiTRIgenerations».

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